Die Anlage in Bürrig

Unser Ziel:
Die Sonderabfallverbrennungsanlage
sicher und schrittweise wieder in Betrieb nehmen.

Während die Ermittlungen zur Unfallursache andauern, arbeitet CURRENTA in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden daran, dass die Sonderabfallverbrennungsanlage wieder sicher in Betrieb genommen werden kann. Die Wiederinbetriebnahme ist wichtig, um für Entsorgungssicherheit an unseren Standorten und in der Kommune zu sorgen.

Für den schrittweisen Neustart der Verbrennungsanlage gibt es ein abgestuftes Konzept. Jeder Schritt ist an strenge Sicherheitsbedingungen geknüpft. So ist für den ersten Schritt – die Wiederinbetriebnahme der Verbrennungsanlage 1 – Voraussetzung, dass

  • nur thermisch stabile Abfälle angenommen und verbrannt werden.

  • nur uns bekannte Abfälle von uns bekannten Kunden und nach vorheriger, intensiver Prüfung angenommen und verbrannt werden.
  • die Anlieferung falsch deklarierter Abfälle durch wirksame Maßnahmen verhindert wird. Dazu gehören zum Beispiel das 6-Augen-Prinzip sowie
    die deutlich umfangreichere und engere Analytik der Abfallstoffe bei Deklaration und Eingangskontrolle.
  • keine Abfälle in Tanks gelagert und/oder beheizt werden.

Wir stellen durch dieses umfangreiche Maßnahmenpaket sicher, dass Risiken nicht nur beherrscht, sondern ausgeschlossen werden.

Wie funktioniert die Sonderabfallverbrennungsanlage und was wurde beschädigt?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wiederinbetriebnahme der Sonderabfallverbrennungsanlage Bürrig (VA1)

  • CURRENTA hat gemeinsam mit Sachverständigen und unter Einbeziehung von Behörden und einem Begleitkreis ein abgestuftes Konzept erarbeitet und abgestimmt. Dieses sieht vor, dass zunächst die erste von insgesamt vier Verbrennungslinien unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards in Betrieb geht. Dort wird dann ein deutlich reduziertes Abfallspektrum entsorgt.
  • Anschließend sollen sukzessive weitere Verbrennungslinien nebst zum Betrieb erforderlicher Peripherie wieder angefahren werden. Der nächste geplante Inbetriebnahmeschritt umfasst die Klärschlammverbrennung (VA3) sowie die Abwasserverbrennungsanlage (VA4).
  • Nach mehr als zehn Monaten Stillstand laufen die anschließenden Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme der Sonderabfallverbrennungsanlage Bürrig.
  • Das Anfahren der Anlage nach dem Stillstand erfordert ein mehrtägiges Aufheizen, damit die für eine saubere Abfallverbrennung erforderliche Betriebstemperatur erreicht werden kann.
  • In dieser Phase wurden auch letzte Systemtests, die nur während des Betriebes der Verbrennungsanlage durchgeführt werden können, durchgeführt. Die Tests wurden von einem externen Sachverständigen (TÜV Rheinland) begleitet und abgenommen.
  • Die Vorwärmphase beginnt am 08.06.2022 und wird mehrere Tage dauern.
  • Im Anschluss, voraussichtlich ab 11.06.2022, wird dann ein deutlich reduziertes Abfallspektrum unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards entsorgt.

Das Anfahren der Verbrennungsanlage mit Heizöl ist ein gängiges Vorgehen, welches nach einem Revisionsstillstand einer Anlage durchgeführt wird, um die für eine saubere Abfallverbrennung erforderliche Verbrennungstemperatur zu erreichen.

  • CURRENTA arbeitet eng mit den zuständigen Behörden und dem Gutachterteam um Prof. Christian Jochum zusammen, um die Sicherheitskultur und die Sicherheitsleistung rund um die Abfallannahme und die Entsorgung weiter zu verbessern und sicherzustellen, dass die Anlage unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards wieder in Betrieb gehen kann.
  • Es wurden umfangreiche, überobligatorische Sicherheitsmaßnahmen definiert und zusätzlich eingeführt, unter anderem verstärkte Kontrollen in der Anlage, eine verbesserte Abfallanalytik sowie ein 6-Augen-Prinzip bei der Freigabe von Abfällen.
  • Weitere Informationen zu den verbesserten Sicherheitsmaßnahmen finden Sie im Internet auf der Seite https://www.currenta-info-buerrig.de
  • CURRENTA nimmt bis auf Weiteres nur bekannte Abfälle von Kunden zur Entsorgung an – erfasst sind nur Abfälle, die der Currenta aus der Vergangenheit bereits bekannt sind und deren Herkunft, Zusammensetzung und Eigenschaften eindeutig bestimmt werden können (= Keine Abfälle von CHEMPARK-externen Erzeugern bzw. mit CHEMPARK-Partnern nicht verbundenen Abfallerzeugern).
  • In Bürrig wird bei flüssigen Abfällen bis auf weiteres nur ein beschränktes Abfallspektrum (zunächst 31 Abfälle) entsorgt. Diese 31 Abfälle erfüllen folgende Voraussetzungen:
    1. Keine beheizten flüssigen Abfälle; keine Abfälle, die zur Selbstzersetzung neigen
    2. Das ausgewählte Spektrum ist durch die beauftragten Sachverständigen geprüft und freigegeben.
  • Es werden keine flüssigen Abfälle zur Lagerung in Tanks übernommen

CURRENTA hat eine Reihe von Optimierungen vorgenommen, unter anderem die folgenden:

  • Im Bereich der Deklarations- und Eingangsanalytik wurden neue, verbesserte Standards und Prozesse eingeführt. Neben einer umfangreicheren und aktuellen Abfallbeschreibung gehört dazu, dass der Erzeuger des Abfalls die Analyse eines externen Labors vorweisen muss, die nicht älter als sechs Monate sein darf.
  • Wir verlangen zudem ein 6-Augen-Prinzip bei der Freigabe der Abfälle.
  • Die Verbrennungslinien werden nach einem abgestuften Konzept nach Freigabe durch die Gutachter und in enger Abstimmung mit den Behörden wieder in Betrieb genommen.
  • Nach der jetzt angestoßenen Wiederinbetriebnahme der Sonderabfallverbrennungslinie VA 1 wird die Wiederinbetriebnahme der weiteren Verbrennungslinien schrittweise folgen.
  • Ein genauer Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme der gesamten Sonderabfallverbrennungsanlage kann derzeit noch nicht genannt werden. Die Maßnahmen für eine möglichst zeitnahe und sichere Wiederinbetriebnahme werden durch CURRENTA sorgfältig und mit hohem Arbeitseinsatz angegangen und umgesetzt. Der CHEMPARK Leverkusen bzw. die Verbrennungsanlagen im Entsorgungszentrum haben eine hohe überregionale Bedeutung als Entsorgungsstandort, die starke Begrenzung der zugelassenen Abfälle würde langfristig die Entsorgungssicherheit für zahlreiche Produktionsbetriebe gefährden.

Expertenteam veröffentlicht Gutachten zu Wiederinbetriebnahme

Das Team um den Störfall-Experten Prof. Dr. Christian Jochum hat sein Gutachten zur begrenzten Wiederinbetriebnahme der Sonderabfallverbrennungsanlage in Leverkusen-Bürrig veröffentlicht.

Das Ergebnis: Der erste Schritt der Wiederinbetriebnahme – das Anfahren der ersten von insgesamt vier Verbrennungslinien – ist möglich und verantwortbar. Zudem wurde angekündigt, das Gutachten am 23. Juni öffentlich vorzustellen. Currenta wurde ebenfalls zu dieser Vorstellung eingeladen und wird teilnehmen.

Alle Details zum Termin sowie das Gutachten zum Download finden sich auf der Seite des Begleitkreises.

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